Signalkrebs gefunden

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      Signalkrebs gefunden

      Hallo,
      Ich suche hin und wieder draußen nach Krebsen, aus persönlichem Interesse und um die Vorkommen zur Kartierung zu melden (so Projekte gibt es in verschiedenen Bundesländern, auch Österreich/Schweiz).

      Vorletzte Woche habe ich hier in der Nähe einen Signalkrebs gefunden. Für den Bach gab es vorher schon eine alte, unggesicherte Meldung (also eher eine Vermutung).
      Der Fund ist an sich schon schon ärgerlich, besonders tragisch ist aber dass es in einem kleinen Graben der in diesen Bach mündet ein Steinkrebsvorkommen (das letzte Bild zeigt einen Steinkrebs, den ich dort letztes Jahr fotografiert habe) gibt.
      Der Bestand ist leider sehr klein, ein Grabenabschnitt von weniger als 100m, und der Bestand konnte sich vermutlich nur halten, weil der Graben ein ordendliches Stück durch ein Rohr verläuft, bis er in den Bach mündet. Mal sehen wie lange das noch gut geht...

      Meiner Meinung nach ist es ein Unding dass Signalkrebse in Zoofachgeschäften/Onlineshops als "Teichkrebse" verkauft werden, oder für die Haltung im Gartenteich empfohlen werden.
      Ein Ausbruchsicherer Teich ist schwer zu bauen (wird bestimmt auch kaum gemacht), und die Krebspest an sich kann ja auch z.B. über Vögel verbreitet werden. Ein großer, gesunder Krebsbestand kann sich von einer Infektion vielleicht wieder erholen, so eine kleine Restpopulation ist aber schnell ausgelöscht!

      Viele Grüße,
      Jakob
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      Hi,

      ja ist echt shit. Alle unsere Aufregung nützt aber nichts, letztendlich muß mal 1 europäischer Krebs die Krebspest überleben und sich vemehren. Das ist die einzige Chance, vielleicht könnte die Gentechnik etwas dazu beitragen. Leider ist aber an Mais und Soja, die dann bestimmte (sauteure Spritzmittel) vertragen mehr verdient. Darüber könnte ich einiges sagen, zB warum Gentechnik die Pflanzen nur resistent gegen Spritzmittel macht und nicht gegen Schädlinge?

      Kurzfistig könnte die Errichtung eines Dammes (aus ein paar Steinen) etwas helfen. Oder (verbotenerweise) ein paar Krebse aus dem Bach rausfangen und woanders hinbringen. Alle einheimischen Krebse sind streng geschützt, das nützt blos nix wenn sei einfach an der KP verrecken. Also sollte man sich dabei nicht erwischen lassen und auch nicht darüber berichten. Die Gutmenschen (das sind die, die mit dem Handy jeden verdächtigen Naturbeobachter melden "da hockt einer im Gebüsch und ich weiß nicht was der vorhat" ) dürfen das nicht mitkriegen.
      Grüsse aus dem Wilden Süden
      Hans
      Info: www.jbraunwarth.de
      Hi,

      solange hier noch Steinkrebse sind sollte alles unternommen werden die Signalkrebse zu dezimieren.
      Wenn man hier noch Glück im Unglück hat, dann sind diese Signalkrebse evtl. nicht mit der Krebspest infiziert.
      Typischerweise findet man die Steinkrebse meist bei Rohren, denn dort kommt meist mehr Sauerstoff in den Bach.
      Auch Gumpen bilden sich dort, wovon der Steinkrebs bei sommerlichen Niedrigwasser profitiert.
      Du solltest vor Ort Kontakt mit fachkundigen engagierten Leuten aufnehmen (hier kann vielleicht das Landratsamt weiterhelfen), evtl. kann man noch was machen.
      Gruß
      Olli
      Hallo,
      Ich habe den Fund an die Fischereiforschungsstelle gemeldet, sowohl von dem Signalkrebs als auch die Steinkrebspopulation.
      Die unsichere Signalkrebsmeldung war schon sehr alt, ich vermute wirklich dass das Rohr eine effektive Signalkrebssperre ist, sonst hätten sich die Signalkrebse ja weiter ausgebreitet.

      Ich habe schon mal überlegt, nach einer Entnahmegenemigung zu fragen und mit Nachzuchten Hilfe bei eventuellen Neubesatzprojekten anzubieten (ich kenne Bäche die ich für Krebsfrei halte, aber das sind sie vermutlich nicht ohne Grund...). Dazu würde ich aber Krebse aus einer mir bekannten viel größeren/stabileren Population entnehmen, das Vorkommen hier ist wirklich sehr klein.
      Das Problem ist dass ich dafür eine Kaltwasseranlage bräuchte, zumindest die Überwinterung bei <10 Grad dürfte nur mit Kühlanlage möglich sein.
      Beim Edelkrebs scheinen Besatzmaßnahmen (allerdings in stehenden Gewässern) ja erfolgreich zu sein.

    meine-Fischboerse.de